Tschüss 2017.

2017,

ich muss dir ganz klar sagen, dass ich dich nicht vermissen werde. Daher habe ich auch etwas länger als sonst gebraucht um mit dir abzuschließen, oder bin eher gesagt immer noch mitten drin mich von dir zu verabschieden.

Auf der einen Seite bin ich dankbar für all die Dinge, die ich erleben durfte und die Umbrüche, die du gebracht hast. Die Positiven wohlgemerkt.

Ich habe gelernt, wie wichtig Freundschaften sind, besonders in schweren Zeiten, habe miterlebt, wie leicht man in Vergessenheit gerät und wie schnell man Freunde verliert- es ist mir schwer gefallen, aber heute merke ich, dass es mir einfach besser damit geht. Man sollte nicht an Erinnerungen festhalten, wenn die Wirklichkeit einem am Ende nicht gut tut. Ich habe meinen Job gekündigt, durfte reisen, bin mit meinem Freund zusammengezogen.

Trotz der vielen positiven Dinge, fiel es mir das ganze Jahr über schwer mich darüber zu freuen oder es mir zu erlauben mich glücklich zu fühlen, ich habe mich nicht genug um mich selbst gekümmert, hatte das Gefühl es wäre nicht angebracht. Viel ist passiert dieses letzte Jahr. Auch einige schlimme Sachen und das in meiner unmittelbaren Umgebung, Dinge, die nie wieder so werden wie zuvor.

2017, du hast mich geformt, beansprucht und getestet. Ich habe erkannt, was mir wichtig ist, und was nicht.

Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass ich älter werde, aber ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl, dass die Welt so langsam aus dem Gleichgewicht gerät. Menschen bekamen zu viel Macht, die ihnen nicht gut tut. Strömungen kamen auf, die längst ausgerottet zu sein schienen, gefühlt niemand machte sich mehr Gedanken um seine Umwelt und jeder dachte nur an sich selbst und zu seinem eigenen Vorteil. In mir kam immer wieder das unbekannte Gefühl auf etwas unternehmen zu müssen, was ich aber nie wirklich in Angriff genommen habe. Wenn ich weiter über das Weltgeschehen in der letzten Zeit nachdenke macht mich das unendlich traurig. Und dabei weiß ich nicht, ob das Schlechte nur zu sehr heraussticht oder ob das Ganze einfach der Wirklichkeit entspricht. Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem, die schlechten Erinnerungen übersteigen ja so oft die Guten, auch ich muss mir das immer wieder klar machen.

Und deshalb möchte ich mich trotzdem bei dir bedanken, weil ich durch dich geworden bin, wie ich jetzt bin und näher dran bin an dem, der ich sein möchte.

Ich wünsche mir von 2018 daher Gleichgewicht, mehr Gerechtigkeit, Balance und Gesundheit und hoffe für uns alle, dass es ein schönes Jahr wird.

 

Portugal.

Schnee.
Hallo 2018

 

2 Replies to “Tschüss 2017.”

  1. Wunderschöner Brief an 2017 ♡
    Ich lasse 2017 nur sehr ungern gehen, dieses Jahr habe ich mich zum ersten Mal wohl und angekommen gefühlt, hoffe das ändert sich für 2018..
    Vielleicht schreibe ich hierzu auch mal ein paar Gedanken nieder..
    Vielen Dank, dass du deine Gedanken so ehrlich mit uns teilst. ♡

    1. Vielen Dank dafür! Dir auch ein frohes und gesundes neues Jahr.:)

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