Sonntagsgedanken #8 – Motivation.

Eine der häufigsten Fragen, die ich mir in den letzten Wochen gestellt habe, war, wohin eigentlich meine Motivation verschwunden ist. Es fällt mir zunehmend schwerer mich für Dinge zu motivieren und verbringe wesentlich mehr Zeit ungenutzt im Bett und/oder am Handy, als ich es eigentlich sollte. Als Student gehört es zu den wichtigsten Aufgaben, jedenfalls in meinem Studiengang (Jura), sich selbst zu organisieren und zu motivieren. Niemand in der Uni sagt dir, was du zu Tun oder zu Lernen hast, das liegt ganz alleine an dir. Normalerweise kann ich sehr gut mit so viel Freiheit umgehen, sie gefällt mir am Studentendasein sogar fast am besten, nur in den letzten Wochen, fast Monaten, ist mir diese Antriebs- und Motivationslosigkeit aufgefallen. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, direkt nach dem Urlaub anzufangen für mein Examen zu lernen, damit ich eventuell den “Freischuss”, den es bei uns im Studiengang gibt, nutzen kann und damit eine Chance hätte mein Studium früher abzuschließen bzw. bereits eine Ahnung von den Dingen zu bekommen, die im richtigen Versuch dann auf mich zukommen würden, falls ich ihn nicht bestehen würde. Dafür habe ich sogar meinen Job gekündigt. Heute ist bereits Mitte Oktober und ich habe immer noch nicht angefangen, mir fehlt einfach die Motivation. Daher habe ich, immer wenn mir etwas zu dem Thema eingefallen ist, es in meinen Kalender geschrieben und für euch (aber besonders auch für mich) gesammelt.

ordnung.

Das erste was mir zum Thema Motivation eingefallen ist, besonders in Verbindung mit dem Aufraffen zum Lernen ist Ordnung. Mir fällt es unglaublich schwer mich an einem chaotischen Ort auf etwas zu konzentrieren ohne völlig abgelenkt zu werden. Also finde ich erst gar keinen Anfang für die Dinge, die ich eigentlich tun wollte, und sortiere stattdessen plötzlich meinen Kleiderschrank aus- was ich jedoch bereits vor Wochen machen wollte, mir aber zu dem Zeitpunkt die Motivation gefehlt hat. Mir ist aufgefallen, dass es für mich wichtig ist einen Plan zu haben, sagen wir ich nehme mir den Montagnachmittag nach der Uni dafür Ordnung in meiner Wohnung zu schaffen, um abends in meiner eingeplanten Lernzeit nicht davon abgelenkt zu werden. 

Ordnung bezieht sich dabei natürlich nicht nur auf das Umfeld, sondern auch auf sein Inneres. Schweben ständig unkontrollierte Gedanken in einem Kopf herum, fällt es einem schwerer sich auf das Jetzt zu konzentrieren und sich für die Sachen zu motivieren, die eigentlich viel wichtiger sind um weiterzukommen. Wie ich diese innere Ordnung herstelle? Indem ich meine Gedanken aufschreibe, meistens handelt es sich dabei um irgendwelche ToDos oder Termine, die ich auf keinen Fall vergessen darf. Sobald ich sie aber aufgeschrieben habe, brauche ich mich nicht mehr darauf zu konzentrieren und habe wieder genug Platz für neue Ideen oder Gedanken.

tagesablauf.

Wie bereits erwähnt habe ich als Studentin kaum Vorgaben oder Beschränkungen. Alle Veranstaltungen sind freiwillig, dabei fällt es einem sehr leicht die Montagsvorlesung um 10 “ausversehen” zu verschlafen oder den Kurs am Freitag zu schwänzen und dafür lieber mit den Kommilitonen nach Frankfurt zum Shoppen zu fahren. All das erfordert also Selbstdisziplin und, natürlich wieder, Motivation. Was helfen kann ist ein geregelter Tagesablauf, und bei mir vor allem frühes Aufstehen, da ich morgens am Produktivsten und Kreativsten bin. Und das sollte man sich auch beibehalten, wenn an einem Tag keine Uni stattfindet oder eine Vorlesung ausfällt, so kommt man am Montag erst gar nicht auf den Gedanken im Bett zu bleiben, sondern es wird mit der Zeit einfach selbstverständlich und erfordert nicht mehr allzu viel Motivationskraft. Wichtig ist hierbei zu wissen, wann man sich am Tag am besten konzentrieren und damit auch motivieren kann für die Dinge, auf die man vielleicht keine Lust hat. Bei mir ist es wie gesagt der Morgen, andere Schlafen lieber länger bleiben dafür aber dann bis nach Mitternacht wach- das ist von Person zu Person unterschiedlich, probiert einfach verschiedene Zeiten für euch aus. Am wenigsten funktioniert bei mir direkt nach dem Essen, besonders Mittags, da plane ich mir dann etwas Ruhe ein. Sehr eng damit verknüpft ist auch hier wieder das Thema Kalender, bei mir im konkreten Fall mein Bullet Journal, den ich euch auch zum Ende des Jahres nochmal vorstellen möchte. 

planung & to dos.

Für mich ist es immer wichtig am Anfang einer Woche/ eines Tages zu wissen, was alles getan werden muss und was für Termine anstehen. Dabei helfen mir To Do- Listen sehr, auch wenn es zu Beginn vielleicht komisch wirken mag, gewöhnt man sich sehr schnell daran sein Notizheft zu zücken und eine Sache, die einem in dem Moment eingefallen ist, sofort aufschreibt. Auch setzte ich mich sehr gerne abends für 10-15 Minuten an meinen Schreibtisch und plane meine nächsten Tage, aus irgendeinem Grund motiviert mich das enorm- denn, gibt es etwas schöneres als am Ende des Tages seine To Dos abzuhaken?

freizeit.

Mit dem vorherigen Punkt hängt auch sehr stark das nächste Thema zusammen, nämlich, dass man sich genug Freizeit einplant und dann auch nimmt. Es leuchtet ein, dass man sofort demotiviert wird, wenn man seinen vollen Kalender oder To Do- Liste am Morgen sieht und bereits in dem Augenblick schon sagen kann, dass man nicht mal die Hälfte schaffen wird. Realistisches Planen ist sehr wichtig, und das beinhaltet auch Zeit, die man frei nutzen kann. Wenn ihr diese Zeit auch richtig einplant, kann es euch nicht passieren, dass ihr plötzlich zwei Stunden im Bett verbracht habt und auf Facebook irgendwelche Videos guckt. Mein Tipp: Stellt euch für diese Zeit (nur einmal) einen Wecker auf eine Viertelstunde, ihr werdet überrascht sein, wie schnell die Zeit beim Rumschauen auf Instagram vergeht. Um sich für etwas motivieren zu können, ist es also wichtig zu wissen, dass man immer genügend Zeit hat um sich auszuruhen, sich mit Freunden auf einen Kaffee zu treffen oder ein Hörbuch zu hören (Blogpost coming soon ;))

anfangen.

Egal ob es sich dabei um Sport handelt, um das Schreiben eines Blogposts oder etwas für die Uni- das wichtigste ist einfach anzufangen. Am besten nichts zu hinterfragen, sondern einfach loslegen. Dieser Tipp hat mir in letzter Zeit wirklich sehr viel gebracht, da ich normalerweise vor dem Lernen erst alles zusammensuche (hier hilft die eben angesprochene Organisation), mir noch einen Kaffee mache, etwas kleines zu Essen hole, das Zimmer putze usw. – ihr kennt das ja bestimmt-. Aber, wenn man erstmal an einer Sache dran sitzt oder sich beispielsweise Sportkleidung anzieht und rausgeht zum Joggen, bleibt man auch meistens dran und kommt gut in die Thematik hinein.

ziele haben.

Das für mich Wichtigste kommt zum Schluss. Wenn es nach alldem und nach so vielen Versuchen immer noch nicht klappt sich für etwas zu motivieren sollte man sich vielleicht überlegen, ob das Ganze überhaupt das richtige für einen ist. Habe ich den richtigen Job, wenn ich mich jeden Morgen aus dem Bett quäle und den ganzen Tag nur an mein Zuhause denke? Ist das überhaupt der richtige Studiengang, wenn einen das zu Lernende überhaupt nicht interessiert? Muss ich eigentlich ins Fitnessstudio gehen oder würde ich viel lieber etwas anderes mit meiner Zeit anfangen? – entscheidend dabei ist, seine Motive zu hinterfragen. Man kann Dinge nur aus eigenem Antrieb heraus bewältigen und schaffen, wenn es sich dabei um etwas handelt, was man für sich selbst möchte. Nicht für jemand anderen, nur für sich, seinen Körper und seinen Geist. Motivation sollte am besten immer von Innen kommen, weniger von Außen, damit man weis, dass man auch in seiner kostbaren Zeit das Richtige und etwas Sinnvolles für sich selbst tut.

Zudem hilft es immer zu wissen, wofür man den ganzen Stress überhaupt auf sich nimmt. Mein Tipp: Ziele setzen, in kleinere Unterpunkte aufteilen und einen Zeitraum festlegen. Wenn man weis, wofür man die Dinge überhaupt macht, fällt es einem wesentlich leichter sich dafür zu motivieren. Möchte man beispielsweise im nächsten Sommerurlaub sich besser im Bikini fühlen weis man wofür man Sport macht, ist einem bewusst, dass man ein gutes Examen schreiben möchte um sich später seinen Job aussuchen zu können, hilft auch das einem enorm weiter sich täglich mit dem Stoff zu quälen usw. Und nur so nebenbei, falls ihr wirklich seit Monaten total Motivations- und Antriebslos seid, kann das Ganze auch gesundheitlich sein, ob von der Schilddrüse oder Eisenmangel etc., am besten sollte man regelmäßig sein Blut untersuchen lassen. 🙂

Mit welchen Tricks motiviert ihr euch tagtäglich? Lasst es mich gerne wissen.

 

Schön, dass ihr den Blogpost gelesen habt. Ich wünsche euch noch einen wunderbaren Sonntag.

 

xx Anna.

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