Sonntagsgedanken #9 – Selbstbewusstsein & Selbstliebe.

Besonders selbstbewusst und extrovertiert war ich nie, schon früh fragte ich mich, warum ich so nervös in manchen Situationen war und warum ich nicht so locker und witzig sein konnte wie Andere. Ich finde es auch heute noch relativ schwierig und es kostet mich viel Überwindungskraft auf neue Menschen zuzugehen, auch wenn es auf Außenstehende vielleicht nicht immer so wirken mag. Aber um weiterzukommen, ob im Beruf oder im Privatleben, bleibt einem meist nichts anderes übrig und sehr häufig ergeben sich daraus auch gute Möglichkeiten oder tolle neue  Freundschaften. In der letzten Woche kam ich an mehreren Abenden in solche Situationen, in denen ich gezwungen war aus meiner Komfortzone herauszugehen und mich mit total fremden Menschen zu unterhalten und Kontakte zu knüpfen. Wenn der Moment dann erstmal da ist, ist es meistens halb so schlimm, doch um überhaupt zu dem Punkt zu kommen, kostet es mich sehr viel Überwindung und oft bin ich dazu geneigt Verabredungen oder Treffen ganz einfach abzusagen. Woher diese Zurückhaltung, ja ich möchte fast sagen Angst, eigentlich kommt, kann ich gar nicht so genau sagen. Besonders am Anfang habe ich Bedenken darüber, wie ich auf den Gegenüber wirke und ob man mir meine Unsicherheit anmerkt. Ich war früher sehr unsicher, vor allem was mein Aussehen betraf (ich hatte schlimm Neurodermitis in meiner Schulzeit), und ich fragte mich sehr oft, wieso ich nicht so witzig, hübsch oder auch laut sein konnte, wie manch anderes Mädchen. Heute weiß ich, dass es einfach nicht in meiner Natur liegt gerne im Mittelpunkt zu stehen oder immer derjenige zu sein, der überall neue Freunde findet- und das ist nicht schlimm. Es gab irgendwann den Zeitpunkt, an dem ich bemerkt habe, dass nicht jeder Mensch gleich ist und ich eben nicht besonders selbstbewusst bin (und auch nicht sein muss). Obwohl, selbstbewusst ist an dieser Stelle vielleicht das falsche Wort, was ich sagen möchte ist, dass ich einfach etwas ruhiger bin als manch anderer, jedenfalls gegenüber Leuten, die mich nicht so gut kennen. Seitdem ich mir das eingestanden habe, komme ich viel besser damit klar und es stört mich kaum noch, vielleicht auch weil ich mittlerweile älter bin und nicht mehr das Bedürfnis habe jeden um mich herum zu unterhalten und zu beeindrucken, wie es in der Schulzeit der Fall war. Und in der letzten Zeit arbeite ich immer wieder daran, und begebe mich bewusst in unbekannte Situationen, in denen ich neue Menschen kennen lernen muss.

Das bedeutet aber im Besonderen nicht, dass ich unzufrieden mit mir bin. Ich habe einige Freundinnen, die sich Selbst, ihr Aussehen und ihre Ausstrahlung, bei jeder Gelegenheit kritisieren und schlecht reden bis irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem sie sich selbst glauben- und dass, obwohl genau das Gegenteil der Fall ist und mich das im Ergebnis sehr traurig macht. Natürlich ertappe auch ich mich manchmal dabei, etwas an mir nicht schön zu finden oder mich über eine bestimmte Stelle meines Körpers zu ärgern, aber das ist zum Glück immer nur vorübergehend. Ich finde es sehr wichtig, sich selbst zu lieben- nicht in einer egoistischen Ausprägung, sondern viel mehr in einer Akzeptanz mit sich selbst. Selbstliebe hilft, woran auch ich mich immer wieder erinnern muss, sehr im Alltag glücklich zu sein oder vielleicht auch selbstbewusster zu werden. Der erste Schritt dahin ist zu hinterfragen, woran man sich eigentlich immer misst und mit wem man sich vergleicht. Vergleiche machen, wie ich eben versucht habe zu beschreiben, zum Großteil unglücklich- einfach, weil jeder Mensch verschieden ist und unterschiedliche Voraussetzungen hat. Wir alle kennen diese Bilder von sehr hübschen Models, Schauspielerinnen usw., die wahrscheinlich die meiste Zeit gut bearbeitet sind, mit sowas sollte und kann man sich einfach nicht vergleichen ohne dabei unglücklich zu werden. Worauf ich hinaus will, ist mir eigentlich selbst nicht so klar, ich möchte euch einfach vermitteln, dass es wichtig ist auch mal das Positive an sich zu sehen und nicht immer nur Kritik zu üben. Zu dem Thema habe ich vor einiger Zeit ein ganz tolles Youtubevideo von ‘Dariadaria’ gesehen, in dem sie ganz offen über darüber redet, warum sie ihren Körper liebt obwohl er nicht immer ‘perfekt’ ist- guckt euch das unbedingt einmal an! (‘How and why I love my Body’), Sie beschreibt das ganze Thema so viel besser als ich es hier im Moment an dieser Stelle machen kann.

Sehr oft frage ich mich dann, wie das Ganze mit dem Bereich Make-up in Übereinstimmung zu bringen ist. Vorherrschende Meinung ist nämlich, dass man sich viel schminkt, weil man mit seinem Aussehen unsicher und unzufrieden ist- für diese These gibt es ehrlicherweise sicherlich einige Beispiele, aber dennoch möchte ich sie so nicht unterschreiben. Das Schöne an Makeup ist, dass man sich ausprobieren oder verschiedene Rollen annehmen kann, wenn man möchte. Man findet heraus, welche Merkmale man in seinem Gesicht betonen möchte, weil man sie mag, und sich im Ergebnis daraus selbstbewusster fühlen, beispielsweise macht ein roter Lippenstift eine komplett andere Ausstrahlung und Auftreten. Bei mir reicht schon etwas Mascara und ich fühle mich sehr viel besser. Trotzdem ist es unerlässlich, sich auch ungeschminkt wohl in seiner Haut zu fühlen. Das Wichtigste hierbei ist jedoch, dass man jedem Menschen die Entscheidung sich selbst überlässt und niemanden dafür verurteilt (ob er sich nun jeden Tag ‘Fullface’-mäßig schminkt oder aber auch gar kein Makeup benutzen möchte). Für mich ist es eher ein Hobby geworden, wofür ich mich sehr interessiere und begeistern kann und womit ich mich gerne beschäftige- ich finde es toll, was für Möglichkeiten man damit hat. 

 

Woraus zieht ihr euer Selbstbewusstsein und wie ist eure Meinung zu dem Thema Selbstliebe und Make-up?

 

Lasst es euch gut gehen.

xx Anna.

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